Rezension



Juna Benett - Formbar.Begabt.

Das Buch handelt von der 16-jährigen Hannah, die an sich eine Gabe entdeckt, die sie eher in Schrecken versetzt als erfreut. Gemeinsam mit ihrer Freundin Viv probiert sie zaghaft ihre neuen Fähigkeiten aus, wird von Viv jedoch immer wieder ausgebremst, was sehr vernünftig ist.

Als wäre diese Entdeckung noch nicht genug in ihrem Leben, scheint der gut aussehende Oberstufenschüler Jan, für den Hannah schon länger schwärmt, plötzlich sein Interesse an ihr zu finden. Vorerst ist dieses Interesse alles andere als positiv. Auch seine Handlungen lösen das Verlangen aus, Hannah zuzurufen, dass sie sich doch bitte fernhalten möchte. Dieses Gefühl verlässt mich persönlich während des Lesens des kompletten Buches nicht.  

Sehr sanft und unauffällig treibt Jan einen Keil zwischen Hannah und ihre beste Freundin Viv. Dies geht soweit, dass Hannah ihre Vorsätze und Versprechen über Bord wirft. Mehr möchte ich an der Stelle nicht verraten.

Wie die Autorin verspricht, gibt es in diesem Buch keinerlei Vampire (zu meinem Bedauern), Engel, Wehrwölfe oder ähnliche Wesen. Dafür aber eine Gabe, die ich so noch nicht in einem meiner zahlreichen Bücher vorgefunden habe.

Das Buch liest sich sehr flüssig und schnell und ist sehr wortgewandt und witzig. Herzerfrischend ist Hannah mit ihrer manchmal naiven, oft sarkastischen und immer sehr redegewandten Art. Ich als Leser schloss sie sofort in mein Herz, allerdings vergaß ich sehr oft, dass sie erst 16 Jahre alt ist, welches an ihrem Sprachwortschatz lag, dem ich wiederrum dem Germanistikstudium der Autorin zuschreibe. Dies tut dem Buch allerdings keinen Abbruch.

Jan mochte ich im Grunde gar nicht. Er wird zwar sehr „lecker“ beschrieben, doch schreckten mich stets andere Begebenheiten an ihm ab. Erst war es die arrogante Art und Weise, dann die Übergriffe, die darauf folgenden Entschuldigungen und der plötzliche Wandel, den ich ihm nicht abkaufte. Jedoch trägt alles zusammen am Ende dazu bei, dass er sehr glaubhaft, die ihm zugeteilte Rolle übernimmt.

Mein Fazit: Ein Buch, welches man als Fantasy-Leser ganz unbedingt gelesen haben muss und dessen Kauf sich sehr lohnt mit einem Ende, was man so nicht erwartet. Oder doch? Auf Grund meiner Antipathie gegenüber Jan habe ich es mir wohl erhofft, wenn auch nicht in dieser Form erwartet.

Gespannt erwarte ich also den 2. Teil des Buches und hoffe außerdem auf den 1. Teil als Holzmedium, denn es hätte absolut einen Platz in meinem Bücherregal verdient und nicht nur auf meinem Reader.   



Jane Austen - Stolz und Vorurteil


Zum Inhalt: 


Stolz und Vorurteil erzählt mit viel Ironie von den Anstrengungen einer Familie, fünf Töchter standesgemäß unter die Haube zu bringen. Die Hauptprotagonisten sind Elisabeth Bennet und Fitzwilliam Darcy. Auf dem Land in der Nähe von London lebt die Familie Bennet mit ihren fünf Töchtern im Alter zwischen 15 und 20 Jahren. Hauptthema ist die Verheiratung von 3 ihrer 5 Töchter. Auf ganz unterschiedliche Art und Weise finden diese 3 jungen Frauen ihren Ehemann und müssen dabei durch viele Intrigen und Missverständnisse zueinander finden. 
Zum einem gibt es da den vermögenden und ledigen, jungen Mr. Charles Bingley, der Elisabeth´s Schwester Jane sehr zugetan ist. Bevor diese Beziehung ein glückliches Ende findet, gehen Jane, wie auch Mr. Bingley, bedingt durch falsche Anschuldigungen und Intrigen, sowie Fehlverhalten der restlichen Familie Bennet einen langen Weg. 
Mr. Darcy ist der beste Freund von Mr. Bingley und ein sehr stolzer, stiller, aber intelligenter Mann, der nebenbei noch vermögender als Mr. Bingley ist und dessen Adelsstand um einiges höher liegt, als der seines Freundes. Mr. Darcy ist mit einigen Vorurteilen behaftet, die, wie es Anfangs scheint, seiner Zuneigung zu Elisabeth unüberwindlich im Wege stehen. Sehr turbolent und mit vielen Hindernissen im Weg, findet jedoch auch diese Liebe ein gutes Ende? Man darf gespannt sein. 
Mr. Wickham, auf den ersten Blick ein stattlicher, ehrenhafter Mann im Offiziersdienst, ist ein weiterer Kandidat zur Vermählung einer Bennetschwester. Doch Mr. Wickham ist nicht der, der er zu sein scheint. 
Desweiteren gibt es noch den Cousin der Familie und den voraussichtlichen Erben des Bennetanwesens, nach dem Ableben des Mr. Bennets, namens Mr. Collins. Er wird als sehr komischer Kauz beschrieben und es fällt schwer Sympathien für ihn aufzubauen. Mr. Collins reist mit dem Vorhaben an, sich unter den Bennettöchtern eine Ehefrau auszusuchen, wird jedoch von den beiden Ältesten abgewiesen. Jane wird durch ihre Mutter geschützt, da diese schon die Vermählung mit Mr. Bingley plant. Elisabeth lehnt den Antrag seitens Mr. Collins kategorisch und bestimmt ab, womit sie sich den Zorn ihrer Mutter einhandelt, bei ihrem Vater jedoch Zuspruch findet. Mr. Collins heiratet die beste Freundin von Elisabeth: Charlotte. 
Am Ende siegt die Liebe, auch wenn Jane Austen keinen Liebesroman verfasste und jede bekommt den Mann, den sie liebt, oder verdient. 

Meine Einschätzung:  


 Also, ich muß sagen, ich hatte vor dem Lesen ein wenig Bammel, ob ich es wirklich lesen werde, ob ich auch Spaß dabei haben werde oder ob ich vielleicht aufgebe. Meine Erwartung kann man also mit Angst beschreiben.
Ich hatte mir vor ca. 8 Monaten die Jane Austen Bücher geholt, mit dem Vorhaben sie zu lesen, denn ich kannte nur die Verfilmungen von „Stolz und Vorurteil“ und „Emma“ ,welche ich toll fand, aber ich fand das Buch um Längen besser.

Durch die Liebesgeschichte, die ich beim Lesen immer brauche, passt dieses Buch hervorragend in mein Bücherregal, auch wenn es kein Fantasy ist.

Ja, definitiv. Denn es hat diese Liebesgeschichte, die ich beim Lesen unbedingt brauche. Und es hat diesen wunderbaren, mit allen Ecken und Kanten versehenen Mr. Darcy.

Für MICH war in erster Linie die Liebesgeschichte zwischen Mr. Darcy und Lizzy, genau wie zwischen Jane und Mr. Bingley das zentrale Thema. Allerdings ist das sicher nicht die Absicht von Jane Austen gewesen, sondern eher eine Nebenerscheinung. Ich denke, eigentlich ist es sehr gesellschaftskritisch, denn im Grunde kann man „Stolz und Vorurteil“ mit „Pretty Woman“ vergleichen. Ein schönes Märchen, was es eher nicht geben würde, heute wie damals. Gesellschaftliche Stellung und Vermögen waren ( und sind) entscheidend, einfach weil man es so gelehrt bekommt. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass ein Millionär und angesehener, bekannter Geschäftsmann eine Hure heiratet und auch noch liebt. Genauso war es damals unwahrscheinlich, dass ein angesehener und im Rang sehr hoch stehender Herr sich eine Gemahlin nimmt, die weit unter ihm steht, trotz all der Liebe, sofern sie sich überhaupt verliebt hätten.

Den Schreibstil mag ich total. Ich habe aber generell einen Hang zu dieser gestelzten alten Sprache und deshalb war ich sofort verliebt. Spannend fand ich es die ersten 20 Kapitel weniger, aber ich habe es trotzdem sehr gern gelesen, einfach, weil mir der Stil so gut gefallen hat. Die Spannung kam dann dennoch, denn obwohl ich durch den Film ja wusste, worum es eigentlich geht und wie es ausgeht, habe ich die Details des Buches genossen und aufgesogen.

 Fangen wir mal mit der ersten Figur an, in die ich mich verliebte.
Das war der gute Mr. Bennet . Ich habe gerade am Anfang des Buches sehr oft gekichert, weil ich entdeckte, dass man auch um 1800 in der Lage war, triefend sarkastisch zu schreiben. Mr. Bennet war bis beinah zum Schluss mein erklärter Liebling, einfach weil er so wunderbar trocken und humorvoll mit seiner Frauenschar umging. Ich habe mit ihm gelitten, als die Schmach um Lydia stattfand und ich habe mit ihm geheult, als er seine Lieblingstochter Elisabeth in die Hände des griesgrämigen Mr. Darcy gab. Im wahren Leben wären Mr. Bennet und ich sicher dicke Freunde gewesen.
Elisabeth ist meine zweitliebste Figur. Mit ihr kann ich mich so gut identifizieren. Immer mit dem Kopf durch die Wand, ihre Meinung loswerden müssen, ganz egal, welche Konsequenzen folgen und immer aus dem Bauch raus dem Herzen folgen. Dazu kommt, dass sie sich herzlich wenig aus den eigentlichen Tugenden einer jungen Dame der Zeit machte und das machte sie einfach so sympathisch. Was ich an ihr auch besonders toll fand, besonders weil ich dieses Gefühl soooo gut kenne, ist ihr Stolz. Ganz ungeachtet dessen, was sie erlebt, was sie hört und mitbekommt, sie behält ihren Stolz. Für mich persönlich die wichtigste Tugend ( auch wenn es ein Streitthema werden könnte, ob Stolz nun eine Tugend ist, oder nicht)  einer Frau. Damals, wie heute.
Mr. Darcy Oh Gott. Ich kann es absolut verstehen, dass Elisabeth sich an ihm so festbiss. Gerade weil er ein so hart zu knackender Brocken war, ihr nicht hinterher wedelte etc., verliebte sie sich in ihn. Und er selbst… ohhhhhhhhhh, wie ich mich in ihn verliebt habe. Ein stolzer, stolzer, stolzer Mann, aber trotz all dem Stolz, tut er absolut alles, um Elisabeth´s Leben nicht aus den Fugen geraten zu lassen. Ach zu Mr. Darcy find ich gar keine Worte, ohne wieder aufzuhören, also lest es selbst oder, die die es gelesen haben, werden wissen, was ich meine.
Mrs. Bennet ging mir völlig auf den Keks. Dieses affektierte Getue nervte mich gewaltig von der ersten Erscheinung an. Gemeinsam mit Lydia unerträglich. Auch wenn ich verstehen kann, dass es zu der Zeit ein dringendes Bedürfniss jeder Mutter war, ihre Töchter zu verheiraten und abgesichert zu wissen.  
Ansonsten mag ich nur noch erwähnen, dass ich es schade finde, dass Mary so wenig Beachtung fand im gesamten Buch. Denn eigentlich ist sie Elisabeth ja sehr ähnlich.

Die Figuren finde ich sehr authentisch. Ich habe mich total in die Jahre Anfang 1800. Jahrhundert versetzt gefühlt.
  Ich hatte ein totales Bild der damaligen Zeit. Gebt mir ein Kleid und stellt mich hinein.  Ich komm klar. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass dies eine Zeit ist, die ich ohnehin mag. Vieles davon finde ich so toll, dass ich es gern in meine heutige Zeit teleportieren würde, denn vieles ist mir heute einfach zu wenig vorhanden.
Die Umgangsformen würde ich wirklich toll finden. Wäre es nicht fantastisch, wenn ein Mann einer Frau auch heute noch so nahe bringt, dass er sie liebt? Oder diese unbedingte Höflichkeit, die sie benutzten, selbst wenn sie eigentlich anderer Meinung waren, oder ihrem Gegenüber etwas Negatives mitteilten. Höflich waren sie trotzdem. Ich hätte es auch heute gern so. Außerdem liebe ich eben diese tolle Art und Weise zu sprechen.
Auch wie Familien damals zusammen hielten, ganz egal, was einzelne Mitglieder furchtbares taten    (z. Bsp. Lydia) .. sie hielten zusammen, halfen demjenigen aus der Patsche und ich bin sicher, wäre Lydia iwann zur Einsicht gekommen und hätte ihre Familie um Verzeihung gebeten, ihr Verhalten insgesamt geändert etc.. sie wäre aus ihrer Ungnade gefallen und wieder vollwertiges und geliebtes Mitglied ihrer Familie geworden.

Meine Erwartungen an das Buch wurden übertroffen. Durch den Film wusste ich, was mich erwartet, aber das mich das Buch so fesseln kann, dachte ich ehrlich nicht und dass ich es noch viel besser, als den Film finden würde, auch nicht.

Ein Buch, was ich jedem Leser ans Herz lege. Es ist ein MUSS im Bücherregal und im Kopf eines Lesers.

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